Warum müssen wir überhaupt Düngen?

 

 

 

Warum müssen wir überhaupt Düngen?

 

 

 

Während ihres Wachstums entziehen Pflanzen dem Boden Nährstoffe. Dabei haben unterschiedliche Pflanzen auch unterschiedliche Geschmäcker und unterschiedlich großen Appetit. Raps und Backweizen brauchen relativ viel Stickstoff um eine gute Qualität und hohen Ertrag zu bekommen. Über 200 kg je Hektar reinen Stickstoffes werden dafür benötigt. Kartoffeln und besonders Zuckerrüben benötigen weniger Stickstoff, dafür aber mehr Kalium um ihren Blattapparat und die Knollen und Rüben damit versorgen zu können, hier werden teilweise mehr als 400 kg Kalium je Hektar durch die Pflanzen aufgenommen. Bohnen, Erbsen und Lupinen hingegen leben in einer natürlichen Symbiose mit Bakterien, die Luftstickstoff binden können (Rhizobien) und der Pflanze zur Verfügung stellen. Über 100-250 kg Stickstoff können die Bakterien auf diese Weise in pflanzenverfügbaren Dünger umwandeln. Als Gegenleistung versorgt die Pflanze die Bakterien mit ihrem in der Photosynthese produzierten Zucker, wodurch die Ertragsleistung dieser Pflanzen hinter dem anderer Ackerkulturen liegt.

 

 

 

Mit jeder Ernte wird ein großer Teil der in den Pflanzen eingebundenen Nährstoffe von den Feldern abgefahren und deren Nährstoffvorrat dadurch verringert. Um die Fruchtbarkeit unserer Äcker dauerhaft zu erhalten, ist es daher notwendig diese Vorräte regelmäßig wieder zu ergänzen. Dies geschieht mittels Düngung. Durch Mist, Gülle und Gärsubstrate aus Biogasanlagen kann ein Teil der vorher entzogenen Nährstoffe dem Boden wieder zurückgeführt werden. Durch die menschliche Ernährung gehen über das Abwasser aber auch erhebliche Mengen an Nährstoffen verloren. Stickstoffverbindungen bauen sich ab und verwandeln sich zurück in Luftstickstoff. Um diese Verluste auszugleichen gibt es zahlreiche Düngemittel. Kalium und Phosphor werden aus entsprechenden natürlichen Salz- und Phosphatlagerstätten gewonnen und als Dünger aufgearbeitet. Phosphordünger organischen Ursprungs sind zudem Guano und Hornspäne. Stickstoff gibt es, von wenigen Ausnahmen nicht in natürlichen, abbaubaren Lagerstätten. Er lässt in verschiedenen Verfahren aber chemisch binden (Haber-Bosch-VErfahren) und steht dann als Düngemittel zur Verfügungn, weches gezielt eingesetzt werden kann. Nicht nur in der Biolandwirtschaft bedient man sich auch häufig der sogenannten Gründüngung, hierbei werden Pflanzen, die mit der beschriebenen Symbiose Luftstickstoff binden können angebaut und anschließend untergearbeitet.

 

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