Cord aus dem Schaumburger Land

Heute möchte ich Euch meinen Betrieb vorstellen:

im Schaumburger Land bewirtschafte ich unseren Familienbetrieb. Dieser ist schon seit 1257 urkundlich erwähnt und seit 1635 in der Hand unserer Familie.

Ich bewirtschafte den Hof konventionell, nach dem Prinzip der Integrierten Landwirtschaft. Das bedeutet, Unkräuter, Ungräser, Schadinsekten und Schadpilze werden nach Schadschwellen behandelt. Man toleriert ein gewisses Vorhandensein dieser natürlichen Fauna und Flora, behandelt dagegen nur im nötigen Rahmen um die Natur und den Geldbeutel zu schonen. Hier http://fnl.de/fnl/integrierte-landwirtschaft.html wird das genauer erklärt.

Zum Betrieb gehören insgesamt 77ha (davon 7ha Mischwald), in näherem Bereich des Hofes. Das sind 55ha Acker, auf dem Mais für eine Biogasanlage eines anderen Landwirtes, Weizen und Raps angebaut werden. Alle Ackerfrüchte werden verkauft. Das Stroh bleibt als Futter für Regenwürmer und anderes Bodenleben, Insekten, Bakterien, auf dem Acker.

Grünland sind etwa 15ha, davon 9ha in einem Naturschutzgebiet. Diese Flächen werden beweidet oder zur Heugewinnung genutzt. Die Naturschutzflächen werden spät gemäht, ab dem 1.7. des Jahres. Dieses Heu ist natürlich nicht für alle Tiere zu gebrauchen, es ist recht holzig und vom Nährwert recht schlecht. Pferde und Ziegen mögen es nicht.

Darum haben wir eine Mutterkuhherde von 10 Kühen mit Kälbern. Das sind Kreuzungen der Rinderasse Limousin. Die Kühe sind im Sommer auf der Weide, gebären dort ihre Kälber und säugen sie bis zum Stalleintrieb im November. Die Kälber stehen dann getrennt von den Kühen im Stall und werden gemästet. Die Kühe sind genügsam und bekommen das Heu aus dem Naturschutzgebiet und Kraftfutter. Die Kälber bekommen besseres Heu, Silage und Kraftfutter. Sie sollen recht schnell und gut wachsen. Die weiblichen Kälber ergänzen später die Kuhherde oder werden wie ihre Brüder, gemästet um uns allen als Nahrung zu dienen. Der Verdienst daran ist recht gering, ich bezeichne es gern als Hobby.

Weiterhin gehören Mastschweine zum Betrieb. 1000 Stück passen in den Stall, der vor 16 Jahren gebaut wurde. Das Futter wird von einem regionalen Futtermischer hergestellt und ist RAM Futter, das bedeutet, in dem Futter sind Zusätze zur besseren Futterverwertung (Phytase). Das verringert die Ausscheidung von Phosphor und Stickstoff im Kot und Urin der Tiere. Damit soll eine Überdüngung der eigenen Ackerflächen und Wiesen vermieden werden. Die Schweine stehen in einem Stall auf Betonspaltenboden. Das hält die Schweine schön sauber und ist nicht schädlich. Im Vergleich zur Strohhaltung hat beides Vor- und Nachteile. So kann ich meinen Schweinen im Sommer eine groß dimensionierte Lüftung zu Gute kommen lassen. Zusammen mit einer Luftbefeuchtung durch Wasserdüsen, vermindert man den Hitzestress an ganz warmen Tagen. Denn Schweine können ja nicht schwitzen, sie sind Liegekühler und regulieren also über das Liegen auf kalten Flächen ihren Wärmehaushalt. Bei Strohhaltung und Mist, ist das schwieriger, der Mist erwärmt sich durch die Verrottung von alleine. Die Schweine werden an Breiautomaten gefüttert, können den ganzen Tag lang fressen, müssen dazu aber ein Rohr bewegen um an das Futter zu kommen. Wasser steht an verschiedenen Tränken natürlich auch 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Ich versuche auch, mit möglichst wenig Antibiotika auszukommen. Ich will keine Resistenzen dagegen züchten und mir sind Antibiotika auch zu teuer. Wenn möglich, versuche ich gegen Krankheiten zu impfen. Kranke Tiere müssen aber aus Tierschutzgründen und der Lebensmittelsicherheit, behandelt werden. Schließlich mag ja Keiner Fleisch von Kranken Tieren essen. Die Transportwege meiner Schweine sind kurz, die Ferkel kaufe ich von einem 15km entfernten Betrieb. Zur Schlachtung fahren die Mastschweine maximal 2 Stunden. Meist weniger. Den Transport unternimmt ein Viehhändler mit besonders dafür geeigneten Fahrzeugen.

Das war ein kurzer Einblick in meine Welt.

Liebe Grüße
Cord Meier

 

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