Fragner GbR

Servus zusammen,

mein Name ist Verena Hußmann, ich bin 31 Jahre alt und bewirtschafte zusammen mit meinen Eltern und zwei Auszubildenden den Betrieb Fragner GbR. Ich bin verheiratet und habe einen Sohn. Ich habe an der Fachhochschule in Triesdorf Landwirtschaft studiert, meine Berufsbezeichnung lautet also offiziell Diplom AgrarIngenieur(in). Ich finde Landwirt trifft‘s genauso gut, da wir Landwirte dafür sorgen, dass alle vom Land bewirtet werden, d.h. wir sorgen dafür, dass es was zu essen gibt. Auch Bauer bzw. Bäuerin ist für mich ok, einfach weil es die tiefen traditionellen Wurzeln unseres Berufes widerspiegelt.

Ich lebe und arbeite für und auf unserem Milchviehbetrieb mit derzeit 70 Milchkühen, 90 weiblichen Rindern und 60 Bullen. Alle Tiere, die bei uns auf dem Betrieb geboren werden, ziehen wir selbst auf, sowohl die männlichen als auch die weiblichen Kälber. Die weiblichen Rinder werden, wenn sie das erste Mal gekalbt haben, in unsere Milchviehherde integriert bzw. diejenigen, die wir dann nicht selbst benötigen, werden über die Zuchtviehauktion an andere Milchviehbetriebe verkauft.

Die Bullenkälber werden aufgezogen und falls sie zur Zucht tauglich erscheinen, genomisch typisiert. Das bedeutet, dass anhand einer winzigen Gewebeprobe ihre Gene „entschlüsselt“ werden und basierend darauf ein Zuchtwert errechnet wird. Daran kann man abschätzen, ob man einen durchschnittlichen, einen guten oder sogar einen sehr guten Vererber vor sich hat.
Aufgrund dieser Information werden die Bullen dann mit etwa 14 Monaten zur Auktion gemeldet und an Betriebe verkauft, die sie zum decken ihrer Milchviehherde verwenden. In seltenen Fällen, schafft man es Bullen zu züchten, die so gute Zuchtwerte haben, dass sie die Anforderung der Besamungsstationen erfüllen. Diese kosten dann meist mehr als die Bullen, die in den Natursprung gehen. Das ist aber nur die eine Seite, die andere Seite ist der Züchterstolz, dass man es geschafft hat in häufig jahrelanger Zuchtarbeit, einen Bullen zu züchten, der über die künstliche Besamung dann sehr viele Nachkommen zeugen darf und hoffentlich viele Milchviehhalter zufriedenstellt.

Die Bullen, die nicht zur Zucht geeignet sind, sei es aufgrund von ungenügenden Zuchtwerten, wie z.B. der Vererbung von sehr großen Kälbern, die zu Schwergeburten führen können, oder aufgrund von Erbfehlern, die nur über die Untersuchung der Gene erkannt werden können, werden bei uns auf dem Betrieb „fertig“ gemästet und dann zum Schlachten verkauft.

Wir bauen das Grundfutter, also Gras und Mais, für unsere Tiere selbst an. Das Gras wächst auf unserem Dauergrünland, d.h. dies sind Flächen die nicht als Acker genutzt werden können und somit nicht zur direkten Lebensmittelproduktion geeignet sind. Diese Flächen machen fast die Hälfte unserer Betriebsfläche aus. Der Mais wird auf unseren Ackerflächen angebaut und nach der Ernte einsiliert.

Das Getreide, bei uns Gerste und Weizen, welches für das Leistungsfutter der Kühe und Bullen gebraucht wird, bauen wir ebenfalls selbst an. Eiweißfutter, welches ebenso von den Tieren benötigt wird, kaufen wir zu, bei uns ist das derzeit Rapsextraktionsschrot und Getreidepressschlempe.
Wir bauen aber ebenso Weizen zum Verkauf als Brotgetreide an, sowie Zuckerrüben, die an die Zuckerfabrik verkauft werden. Hier sind wir in der Gegend noch die einzigen, die diese Frucht anbauen, da wir hier in einer Grenzlage für den Rübenanbau liegen. Das bedeutet, wir können nicht auf jedem unserer Felder Zuckerrüben anbauen, da der Boden die Anforderungen, die die Rübe stellt, nicht überall erfüllt.

Außerdem haben wir noch einige Hektar Wald, das Holz daraus brauchen wir um unser Wohnhaus zu heizen, unser Wasser heiß zu machen und um ab und an etwas Bauholz für Betriebserweiterungen zu haben.

Wer mehr über unseren Betrieb, die Zucht von Fleckvieh und da im Besonderen die Zucht von genetisch Hornlosem Fleckvieh, sowie über den Ablauf und die Kreisläufe auf einem Milchviehbetrieb wissen möchte, kann mich gerne fragen und/oder unsere Seite Fleckviehzucht Fragner hier auf Facebook besuchen.

 

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