Christian Loidl aus Oberbayern

Hallo, mein Name ist Christian Loidl und ich wohne im schönen Oberbayern.

Hier bewirtschafte ich mit meiner Familie und meinen Eltern einen Milchviehbetrieb. Bei uns leben 4 Generationen unter einem Dach, jedoch auf verschiedenen Etagen.
Wir sind mit 45 Kühen inklusive Nachzucht, sowie 38ha Fläche, ein für die Region durchschnittlicher Betrieb.

...

Vor ein paar Jahren sind wir in unseren neuen Stall eingezogen. Der alte Stall wurde für die Nachzucht umgebaut. Der Melkstand und Warteraum fanden im ehemaligen Schweinestall Platz. Uns war es wichtig, die Altgebäude mit zu nutzen. Diese hätten sonst keine Verwendung mehr, und somit konnten wir auch Baukosten sparen.

Die Futterration für unsere Kühe besteht aus Grassilage, Maissilage, Heu, Stroh und Biertreber. In den Sommermonaten wird die Silage reduziert und durch täglich frisches Gras ergänzt.

Dazu kommt Kraftfutter aus Melasseschnitzel, Körnermais, Weizen, Rapsschrot und Protigrain.
Die Zuteilung des Kraftfutters erfolgt vollautomatisch über eine Abrufstation, an dieser jede Kuh exakt die Menge abholen kann, die ihr zusteht. Die tägliche Menge wird in Portionen über den Tag verteilt. Ein Computer speichert bei jeder Melkung die Milchmenge der einzelnen Tiere und errechnet dann anhand des Durchschnitts der letzten 7 Tage die täglich verfügbare Kraftfuttermenge individuell für jede Kuh.

Die weiblichen Kälber werden aufgezogen und für die Bestandsergänzung verwendet. Die männlichen Kälber werden mit etwa 8 Wochen an einen Mäster verkauft.

Auf unseren Äckern wird Silomais, Winterweizen und Rotklee gesät.
Das Grünland wird 5-6 mal gemäht, wobei in der Regel 2mal Heu gemacht wird und der Rest im Silo landet.

Die Arbeit erledigen wir größtenteils mit unserer eigenen Technik. Einige Maschinen sind in einer Gemeinschaft gekauft, einige werden ausgeliehen und bestimmte Arbeiten werden an Lohnunternehmer übergeben.

Zusätzlich bewirtschaften wir etwa 15ha Wald. Das daraus gewonnene Holz wird fast ausschließlich zu Brennholz verarbeitet. Einen kleinen Teil verheizen wir selbst - der Rest wird trocken, ofenfertig und frei Haus an jahrelange Stammkunden verkauft.

Außerdem betreiben wir eine kleine Gastwirtschaft am Hof. Hier treffen sich die Leute aus der Umgebung zum Stammtisch. Auch Familienfeiern sind hier gerne willkommen.
Jedes Jahr Ende Mai veranstalten wir ein Oldtimertreffen mit Bierzelt.
Insgesamt kommen jedoch etwa 85% der Einnahmen aus der Landwirtschaft.

Für die Zukunft wünsche ich mir wieder angemessene Preise für unsere Produkte, sowie wieder mehr Wertschätzung in der Öffentlichkeit.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0