Wir sind die "Schlögel's"

Servus,

wir sind „Die Schlögels“ und dürfen heute unseren Betrieb bei @frag doch mal den Landwirt vorstellen. Mein Mann Michael und ich bewirtschaften einen Milchviehbetrieb mit 55 Milchkühen plus Nachzucht. Dieser umfasst 40 ha Grünland, 3 ha Mais und 11 ha Forstwirtschaft. Neben der Silage, die wir fünf Mal im Sommer ernten, wird der Mais auch als Futter für unsere Kühe verwendet.

Da wir im sogenannten Grünlandgürtel leben, dieser geht entlang der Alpen vom Oberallgäu bis Berchtesgaden, sind wir mit reichlich Niederschlag gesegnet. Dies hat natürlich seine Vorteile, aber auch den Nachteil, dass, bis auf etwas Maisanbau zum Verfüttern, keine andere Bewirtschaftung der Flächen außer Grünland möglich ist. Einige unserer Flächen können nicht mit Maschinen bewirtschaftet werden. Auf diese Flächen kommen im Sommer unsere Kälber ab 6 Monaten, alle Rinder und unsere trockenstehenden Kühe. Trockenstehend bedeutet, dass Kühe ab 6 Wochen vor dem Kalbetermin nicht mehr gemolken werden. Die Stall- und Erntearbeiten erledigen wir gemeinsam und unsere Kinder unterstützen uns bei Arbeitsspitzen auch tatkräftig.

Für die Forstwirtschaft ist hauptsächlich mein Mann zuständig. Zwar findet die Hauptarbeit meist im Winter statt, doch durch den vermehrten Borkenkäferflug in unserer Region waren in den letzten Wochen auch hier einige Arbeiten notwendig.

Vor 23 Jahren habe ich, als „eine, die nicht aus der Landwirtschaft“ kommt, in den Betrieb, der übrigens seit 1492 immer im gleichen Familienbesitz ist, eingeheiratet. Übrigens – darauf ist mein Mann echt stolz; also auf die über 500 Jahre, nicht auf meine Einheirat 😉! Für mich war es damals eine gewaltige Umstellung! Nicht die Arbeit an sich, sondern das „Angehängt sein“, was ein Betrieb mit Tierhaltung mit sich bringt. Kühe kennen nun mal keinen Feiertag. Jedoch schätze ich die Vorteile der Selbstständigkeit dafür umso mehr.

Zwischen den Geburten unserer drei Kinder habe ich die Ausbildung zur Hauswirtschafterin und die Fortbildung zur Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft absolviert. Daher war es mir möglich, ein weiteres Standbein für unseren Betrieb aufzubauen. Neben meiner Arbeit auf dem Hof und den zahlreichen Aufgaben meines Ehrenamtes als Kreisbäuerin, bin ich inzwischen auch noch freiberuflich tätig und erstelle mit zwei Mitstreiterinnen Kochbücher. Inzwischen gibt es schon eine ganze Serie von uns: „Alle lieben ...“, die der dlv vertreibt und wir sind schon ein wenig stolz auf über 100.000 verkaufte Bücher.

Damit es uns nicht langweilig wird, haben wir Anfang letzten Jahres eine eigene Firma – @Die Hauswirtschafterei – gegründet und bringen nun auch Bücher im Eigenverlag heraus. Während der Gründung wurden wir noch ständig angesprochen: „Mensch, ihr müsst doch auch Catering machen.“ Gesagt, getan, eine Wohnung zu einem Firmensitz samt Küche umgebaut und – es läuft!.
Unsere Buffets und Rezepte mit ausschließlich regionalen Produkten kommen sehr gut an. So sind wir auch am heutigen Samstag beim ZLF beim Stand von „Qualität vom Hof“.

Nebenbei schreibe ich noch für eine Zeitschrift Hüttenberichte, was für meinen Mann und mich als leidenschaftliche Wanderer ein Traum ist. Wenn es am Sonntag arbeits- und wettermäßig möglich ist, dann machen wir uns auf den Weg in die Berge und testen Hütten. Es hat schon seine Vorteile, wenn man im Grünlandgebiet ganz nah an den Bergen wohnt!

Schaut doch gerne mal hier vorbei:

www.diehauswirtschafterei.de

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0