Aktuelles.

Eine Woche mit @landwirtotti

Eine Woche durften wir bei Twitter @landwirtotti alias Thomas Ostendorf über die Schulter schauen - und es war toll!

 

Es war eine bunte Woche mit Schweinestall, Ackerbau und Familienleben. Kommt doch einfach noch mal ein bisschen mit:

 

Der Tag bei Thomas beginnt mit Zeitung lesen und einem Tee/Kaffee. Dabei ganz wichtig zu wissen - auf einem landwirtschaftlichen Betrieb ist die Küche Dreh- und Angelpunkt des gesamten Betriebes.

 

Dann geht's in den Schweinestall - füttern und erste Tierkontrolle - sind auch alle wach, munter und hungrig?

 

Auf dem Feld muss Kali gestreut werden: Kali ist ein natürliches Salz, also ein Grundnährstoff. Dafür wird zunächst eine Abrehprobe gemacht, um das spezifische Gewicht des Düngers zu ermitteln 200kg/ha( 10000m2).

 

Im Sauenstall ist alles toppi. Die Ferkel genießen ihre 24 Stunden Milchbar - allerdings gibt es auch eine zusätzliche Milchfütterung, damit auch wirklich keines zu kurz kommt.

 

Da spielt dem Thomas doch der Rapsglanzkäfer übel mit - Erntesicherung - Pflanzenschutzbehandlung. Das geht auch abends sehr gut, Thomas hat eine LED Beleuchtung an der Spritze. Wichtig gefen Abdrift ist, dass es windstill ist.

 

Wer schreibt der bleibt! Thomas ist mit zwei Büros gut am Start - im Stall wird alles über die Schweine festgehalten - Sauenplaner, usw.

 

Im Büro im Haus geht es dann an die Buchhaltung...

 

Samstag morgen - 400 Ferkel verladen. In zwei LKWs gehen die Ferkwl auf Tour zum Mäster. Danach heißt es - Stall grob sauber machen und einweichen.

 

Danach geht es dann bei bestem Wetter mit der Pflanzenschutzspritze ins Getreide - eine Behandlung gegen Pilze und ein Einkürzen steht an.

 

Und nun geht es noch dem Ferkelstall an den Kragen - einweichen, waschen, desinfizieren, Gülle umpumpen - die nächsten möchten gerne in eine frisch renovierte Wohnung einziehen!

 

Ihr seht, es ist immer etwas los auf unseren Betrieben. Wir danken Thomas für die spannende Woche und die tollen Einblicke!

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Einmal lüften bitte - Grünlandbearbeitung im Frühjahr

Einmal lüften, bitte!

 

So wie wir im Frühjahr gerne alle Fenster im Haus aufreißen, um frische Luft hinein zu lassen, so lüften die Landwirte auch ihre Grünlandflächen. Mit einer Wiesenschleppe oder einem Striegel werden die Flächen abgefahren, um vertrocknete Pflanzen von dem wachsenden Gras zu entfernen und die Bodenoberfläche leicht aufzulockern. So hat das neue Gras wieder Luft zum wachsen.
Zudem werden dadurch Unebenheiten im Boden sowie Maulwurfshügel eingeebnet, damit ...später bei der Grasernte möglichst wenig Erde und Sand mit ins Futter gelangt. Dieses Einebnen kann auch durch Wiesenwalzen geschehen. Durch das abwechselnde Auf- und Abfahren der Flächen entsteht auch das typische Streifenmuster auf dem Grünland.
Mit dieser Maßnahme kann das Grünland auch gleichzeitig nachgesät werden - dies geschieht über den gelben Kasten, von dem aus über Schläuche die Grassamen gleichmäßig auf die Fläche verteil werden. Somit werden Lücken im Bestand geschlossen und eine Ausbreitung von Unkräutern verhindert.

 

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Cultan Düngung

Cultan Düngung - was ist denn das?

 

Bei dem "Cultan" Verfahren wird eine flüssige Düngerlösung (z.B. bestehend aus Stickstoff und Schwefel) ca. 15 cm tief in den Boden eingebracht. Der Stickstoff ist Ammonium betont und wird den Pflanzen nach und nach zu "Verfügung" gestellt.

 

Das Verfahren hat drei wesentliche Vorteile:

 

1. es gibt keine Ausbringungsverluste, da der Dünger direkt in den Boden eingebracht wird.

 

2. der Dünger wird in einem Arbeitsgang aufgebracht, so dass der Landwirt mit einer Überfahrt fertig ist.

 

3. und durch das Injizieren wie mit einer Nadel wird ein Depot angelegt, d.h. die Pflanze erhält über einen längeren Zeitraum ihre Nährstoffe aus diesem Depot. So ist die Pflanze immer ausreichend versorgt.

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Walzen

Warum walzen die Bauern?

 

Das Walzen dient der mechanischen oberflächigen Verdichtung. Im Winter dehnt sich der Boden durch Frost aus. Durch Frost abgehobenen Pflanzenwurzeln und Wühlmausgänge werden zugedrückt und kleinere Unebenheiten geplättet. Es entsteht eine gleichmäßige und ebene Bodenoberfläche und damit eine intakte Narbe beim Mähen und Werben.

Warum ist das wichtig?

 

Eine zu lockere Bodenstruktur - wie es oft auf Moorböden gegeben ist - bringt eine zu starke Durchlüftung mit sich. Dies wiederum hat eine Abnahme der wertvollen Gräser zur Folge.

 

Das Walzen verbessert zudem die Wasser- und Wärmeleitung des Bodens. Es wird die Bestockung der Gräser angeregt und die Narbendurchwurzelung gefördert.

Außerdem trägt Walzen auch zur Unkrautregulierung bei (z.B. von druckempfindlichen Unkräutern wie Bärenklau oder Wiesenkerbel).

 

Daneben schützt eine möglichst ebene Oberfläche vor Verletzungen der Grasnarbe bei Mahd, Wenden und Schwaden und verringert deutlich die Verschmutzung des Futters durch Erde.

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Blau-weiße Wochen bei Frag-den-Landwirt


Zentral-Landwirtschaftsfest - Das Land kommt in die Stadt

 Am 17.September startet wieder das Zentral-Landwirtschaftsfest. Gleich direkt neben dem Oktoberfest verwandelt sich ein Teil der Theresienwiese in einen riesigen Bauernhof.

Das Zentral-Landwirtschaftsfest ist nicht nur ein Treffpunkt der Landwirtschaft, sondern auch ein Paradies für Verbraucher.

Besucher können beim extra aufgebauten Milchviehstall zuschauen, wie ein echter Melkroboter funktioniert.
Im Großen Ring gibt es täglich richtig tierische Vorführungen. Über 600 Aussteller präsentieren Innovationen aus der Landwirtschaft. Zahlreiche Direktvermarkter bringen ihre köstlichen Produkte mitten nach München und auch die Molkereien, Obst- und W...eingenossenschaften gewähren einen Einblick in ihre bayerischen Produkte.

Natürlich kommen die neuesten Techniken aus der Landwirtschaft nicht zu kurz und bei dem Anblick der großen Traktoren schlagen nicht nur Männerherzen ein wenig schneller.

Bei der ZLF kann der Besucher überall erleben, wie moderne Landwirtschaft tatsächlich funktioniert.

Und nach einem informativen Besuch lädt das eigene Festzelt zum Genießen und einem geselligen Austausch ein.

Weitere Infos gibt es unter:
www.zlf.de

 



Ein paar unserer bayrischen Kollegen stellen sich vor...

Servus,

wir sind „Die Schlögels“ und dürfen heute unseren Betrieb bei @frag doch mal den Landwirt vorstellen. Mein Mann Michael und ich bewirtschaften einen Milchviehbetrieb mit 55 Milchkühen plus Nachzucht. Dieser umfasst 40 ha Grünland, 3 ha Mais und 11 ha Forstwirtschaft. Neben der Silage, die wir fünf Mal im Sommer ernten, wird der Mais auch als Futter für unsere Kühe verwendet.

Da wir im sogenannten Grünlandgürtel leben, dieser geht entlang der Alpen vom Oberallgäu bis Berchtesgaden, sind wir mit reichlich Niederschlag gesegnet. Dies hat natürlich seine Vorteile, aber auch den Nachteil, dass, bis auf etwas Maisanbau zum Verfüttern, keine andere Bewirtschaftung der Flächen außer Grünland möglich ist. Einige unserer Flächen können nicht mit Maschinen bewirtschaftet werden. Auf diese Flächen kommen im Sommer unsere Kälber ab 6 Monaten, alle Rinder und unsere trockenstehenden Kühe. Trockenstehend bedeutet, dass Kühe ab 6 Wochen vor dem Kalbetermin nicht mehr gemolken werden. Die Stall- und Erntearbeiten erledigen wir gemeinsam und unsere Kinder unterstützen uns bei Arbeitsspitzen auch tatkräftig.

Für die Forstwirtschaft ist hauptsächlich mein Mann zuständig. Zwar findet die Hauptarbeit meist im Winter statt, doch durch den vermehrten Borkenkäferflug in unserer Region waren in den letzten Wochen auch hier einige Arbeiten notwendig.

Vor 23 Jahren habe ich, als „eine, die nicht aus der Landwirtschaft“ kommt, in den Betrieb, der übrigens seit 1492 immer im gleichen Familienbesitz ist, eingeheiratet. Übrigens – darauf ist mein Mann echt stolz; also auf die über 500 Jahre, nicht auf meine Einheirat 😉! Für mich war es damals eine gewaltige Umstellung! Nicht die Arbeit an sich, sondern das „Angehängt sein“, was ein Betrieb mit Tierhaltung mit sich bringt. Kühe kennen nun mal keinen Feiertag. Jedoch schätze ich die Vorteile der Selbstständigkeit dafür umso mehr.

Zwischen den Geburten unserer drei Kinder habe ich die Ausbildung zur Hauswirtschafterin und die Fortbildung zur Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft absolviert. Daher war es mir möglich, ein weiteres Standbein für unseren Betrieb aufzubauen. Neben meiner Arbeit auf dem Hof und den zahlreichen Aufgaben meines Ehrenamtes als Kreisbäuerin, bin ich inzwischen auch noch freiberuflich tätig und erstelle mit zwei Mitstreiterinnen Kochbücher. Inzwischen gibt es schon eine ganze Serie von uns: „Alle lieben ...“, die der dlv vertreibt und wir sind schon ein wenig stolz auf über 100.000 verkaufte Bücher.

Damit es uns nicht langweilig wird, haben wir Anfang letzten Jahres eine eigene Firma – @Die Hauswirtschafterei – gegründet und bringen nun auch Bücher im Eigenverlag heraus. Während der Gründung wurden wir noch ständig angesprochen: „Mensch, ihr müsst doch auch Catering machen.“ Gesagt, getan, eine Wohnung zu einem Firmensitz samt Küche umgebaut und – es läuft!.
Unsere Buffets und Rezepte mit ausschließlich regionalen Produkten kommen sehr gut an. So sind wir auch am heutigen Samstag beim ZLF beim Stand von „Qualität vom Hof“.

Nebenbei schreibe ich noch für eine Zeitschrift Hüttenberichte, was für meinen Mann und mich als leidenschaftliche Wanderer ein Traum ist. Wenn es am Sonntag arbeits- und wettermäßig möglich ist, dann machen wir uns auf den Weg in die Berge und testen Hütten. Es hat schon seine Vorteile, wenn man im Grünlandgebiet ganz nah an den Bergen wohnt!

Schaut doch gerne mal hier vorbei:

www.diehauswirtschafterei.de

 


Hallo, mein Name ist Christian Loidl und ich wohne im schönen Oberbayern.

Hier bewirtschafte ich mit meiner Familie und meinen Eltern einen Milchviehbetrieb. Bei uns leben 4 Generationen unter einem Dach, jedoch auf verschiedenen Etagen.
Wir sind mit 45 Kühen inklusive Nachzucht, sowie 38ha Fläche, ein für die Region durchschnittlicher Betrieb.

...

Vor ein paar Jahren sind wir in unseren neuen Stall eingezogen. Der alte Stall wurde für die Nachzucht umgebaut. Der Melkstand und Warteraum fanden im ehemaligen Schweinestall Platz. Uns war es wichtig, die Altgebäude mit zu nutzen. Diese hätten sonst keine Verwendung mehr, und somit konnten wir auch Baukosten sparen.

Die Futterration für unsere Kühe besteht aus Grassilage, Maissilage, Heu, Stroh und Biertreber. In den Sommermonaten wird die Silage reduziert und durch täglich frisches Gras ergänzt.

Dazu kommt Kraftfutter aus Melasseschnitzel, Körnermais, Weizen, Rapsschrot und Protigrain.
Die Zuteilung des Kraftfutters erfolgt vollautomatisch über eine Abrufstation, an dieser jede Kuh exakt die Menge abholen kann, die ihr zusteht. Die tägliche Menge wird in Portionen über den Tag verteilt. Ein Computer speichert bei jeder Melkung die Milchmenge der einzelnen Tiere und errechnet dann anhand des Durchschnitts der letzten 7 Tage die täglich verfügbare Kraftfuttermenge individuell für jede Kuh.

Die weiblichen Kälber werden aufgezogen und für die Bestandsergänzung verwendet. Die männlichen Kälber werden mit etwa 8 Wochen an einen Mäster verkauft.

Auf unseren Äckern wird Silomais, Winterweizen und Rotklee gesät.
Das Grünland wird 5-6 mal gemäht, wobei in der Regel 2mal Heu gemacht wird und der Rest im Silo landet.

Die Arbeit erledigen wir größtenteils mit unserer eigenen Technik. Einige Maschinen sind in einer Gemeinschaft gekauft, einige werden ausgeliehen und bestimmte Arbeiten werden an Lohnunternehmer übergeben.

Zusätzlich bewirtschaften wir etwa 15ha Wald. Das daraus gewonnene Holz wird fast ausschließlich zu Brennholz verarbeitet. Einen kleinen Teil verheizen wir selbst - der Rest wird trocken, ofenfertig und frei Haus an jahrelange Stammkunden verkauft.

Außerdem betreiben wir eine kleine Gastwirtschaft am Hof. Hier treffen sich die Leute aus der Umgebung zum Stammtisch. Auch Familienfeiern sind hier gerne willkommen.
Jedes Jahr Ende Mai veranstalten wir ein Oldtimertreffen mit Bierzelt.
Insgesamt kommen jedoch etwa 85% der Einnahmen aus der Landwirtschaft.

Für die Zukunft wünsche ich mir wieder angemessene Preise für unsere Produkte, sowie wieder mehr Wertschätzung in der Öffentlichkeit.


Servus,

mein Name ist Christian Senftl. Ich bewirtschafte gemeinsam mit meinen Eltern einen Milchviehbetrieb in Egglkofen, Landkreis Mühldorf am Inn.

Auf unserem Betrieb halten wir circa 55 Milchkühe mit Nachzucht jeweils in einem Laufstall mit Liegeboxen, die Bullenkälber werden ebenfalls auf dem Betrieb bis zur Schlachtung gemästet.

...

Wir bewirtschaften eine Fläche von circa 100 Hektar, wobei 18 Hektar Grünlandflächen sind.
Wir befinden uns im tertiären Hügelland, dass heißt wir haben hängige Flächen, welche aber allesamt mit Maschinen bewirtschaftet werden können.

Ehrenamtlich engagiert sich vor allem meine Mutter im BBV als Kreisbäuerin des Kreisverbandes Mühldorf. Zudem sitzt sie im Vorstand der Viehvermarktungsgenossenschaft.
Mein Vater ist MEG Ortsvertreter und war 18 Jahre Mitglied im Gemeinderat. Ich bin in verschiedenen Ortvereinen aktiv (Feuerwehr, Landjugend, Musikverein) und sitze seit 2 Jahren im Gemeinderat.
Außerdem darf ich die katholische Landjugendbewegung auf Landesebene im Agrarpolitikausschuss des BBV vertreten.

Als Nebenjob bin ich seit kurzem als Progroda (Hochzeitslader) unterwegs, falls jemand hierzu eine Erklärung braucht gerne fragen ;)

Auf unserem Hof leben auch noch meine Großeltern (86 und 90 Jahre) und unterstützen uns, wo sie nur können.

Hier noch ein Paar Bilder vom Hof und unserer Familie!


 

 

 

Servus zusammen, ich heiße Florian Götz und wohne in Niederbayern.

Der Familienbetrieb im Herzen des Bayerischen Waldes wurde 2015 von meiner Frau und mir im Nebenerwerb übernommen, modernisiert und umstrukturiert.
Aus Überzeugung entschieden wir uns für Mutterkuhhaltung auf ökologischer Basis.

...

Seit April 2016 züchten wir Wagyu und Angus Rinder und haben momentan elf Stück.
Unsere Philosophie ist es den Tieren, die sich komplett frei im Stall, im Unterstand und auf den Weiden bewegen können ein glückliches Leben zu bieten, Mutter und Kalb - Seite an Seite.

Das Fleisch des Wagyu-Rindes, besser bekannt als „Kobe-Rind“ ist das zarteste, saftigste und exklusivste der Welt.
Durch den hohen Grad an Fettmarmorierung und den ungesättigten Fettsäuren ist das Fleisch besonders geschmacksintensiv und gesund.

Zukünftig wollen wir unsere Produkte direkt vermarkten und einen Bio-Hofladen eröffnen.Näheres könnt ihr unserer Seite auf Facebook - Bayerwald Rinderhof-entnehmen.

Viele Grüße aus Niederbayern

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Wolf - nein Danke

Seit Wochen finden die Landwirte immer wieder Spuren von „Hunden“ rund um ihre Kuh Herde.

Wölfe? Aber das Rudel ist ja 13 km entfernt beheimatet. Das kann doch nicht sein? Oder doch?

Das Verhalten der Kühe hat sich in der letzten Zeit verändert. Sie stehen nicht mehr weit verstreut auf der Weide, sondern halten sich in der Regel eng beieinander auf. Eine zweite Tränke musste aufgestellt werden, damit auch die rangniederen Tiere die Chance haben zu trinken, denn wenn das Leittier seinen Durst gelöscht hat, zieht es weiter und die niederen Tiere müssen sich entscheiden, ob sie bei der Herde den Anschluss nicht verpassen wollen, oder trinken.

Unwissenheit. Wo genau lebt das Rudel, wie sieht ihr Territorium aus?
Wie viele sind es? Offiziell spricht man bei dem Rudel von 13 Tieren. Ein Jäger munkelt was von 17 Tieren. Was sagen diese Zahlen aus?
Sind es Wölfe, die um die Herde streifen oder nicht? Fußspuren von Spaziergängern sind nicht dabei. Also kein Gassigeher, wenn dann eher streunende Hunde.
Eine Frau aus dem Internet sagt, die kundschaften aus. Ihre Einstellung zu Wölfen ist schwer einzuschätzen. Sie sagt, sie ist für den Wolf, aber sehr kritisch mit ihren Fragen und Aussagen.
Eine andere Frau sagt, den Kühen passiert nichts. Wölfe gehen in der Regel nicht an Kühe. In der Regel? Was ist nicht die Regel?
Wie kann man die Kühe besser schützen?
Inzwischen sind die Spuren täglich rund um die Weide zu sehen. Sie kommen über die Straße, soviel steht fest …. Aber was es ist … der Verdacht dass es Wölfe sind, macht sich immer stärker breit. Der Landwirt bestellt eine Wildkamera, um genauere Informationen zu erhalten.
Wie muss ein Zaun geschaffen sein, um Wölfe von der Kuhweide abzuhalten?
Der bisherige Zaun ist 90 cm hoch mit 3 Litzen. Ein Blick auf die Internetseite vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg. Dort ist folgendes zu lesen:
http://www.mlul.brandenburg.de/c…/detail.php/bb1.c.414160.de
III. Rinder
Mindeststandard
Für die Gewährung einer Beihilfezahlung im Schadensfall reicht es aus, wenn die Einzäunung abhängig von der Haltungsform (Mutterkühe, Bullen etc.) und des Abstands der Weide zu Gefahrenquellen (z. B. stark frequentierte Verkehrswege wie Autobahnen, Bundesstraßen, Bahnlinien, Flugplätze o. a.) dem jeweils in der aid-Broschüre „Sichere Weidezäune“, Heft 1132/2016, empfohlenen Zäunungsstandard entspricht. Gem. dieser Broschüre ist bei einem Abstand der Weide von
a. 500 m oder weniger zu Gefahrenquellen ein Festzaun mit drei stromführenden Stahldrähten (bei Milchkühen ist ein Festzaun mit nur zwei stromführenden Stahldrähten ausreichend, bei Mutterkühen mit Nachzucht ist bei besonders hohem Risiko ein Festzaun mit vier stromführenden Stahldrähten erforderlich),
b. 500 – 1.000 m zu Gefahrenquellen ein Festzaun mit drei stromführenden Stahldrähten (bei Milchkühen ist ein Festzaun mit nur einem stromführender Stahldraht oder ein Elektrozaun mit einem stromführenden Kunststoffdraht ausreichend),
c. mehr als 1.000 m zu Gefahrenquellen:
aa) Bullen: Festzaun mit drei stromführenden Stahldrähten
bb) weibl. Jungrinder: Festzaun mit zwei stromführenden Stahldrähten oder Elektrozaun mit zwei stromführenden Kunststoffdrähten
cc) Mutterkühe mit Nachzucht: Festzaun mit zwei stromführenden Stahldrähten
dd) Milchkühe: Elektrozaun mit einem stromführenden Kunststoffdraht
einzuhalten.
Zusätzliche Empfehlung
Keine.
Sollte im Einzelfall eine Weidesicherung erforderlich werden, die über die Zäunungsstandards der aid-Broschüre „Sichere Weidezäune“ hinaus geht, ist dieser wolfsbedingte Mehraufwand förderfähig.

Noch einmal genau durchlesen. Bloß nichts falsch verstehen. Die Broschüre kostet im Übrigen mindestens 6,99 zzgl. Versandkosten. Wolfsverherrlichende Flyer "Willkommen Wolf" gibt es gratis. Werkzeug für den Landwirt muss bezahlt werden.

Also Mutterkuhhaltung. Festzaun.
Geht hier gar nicht. Auf Pachtland darf man nur mit Genehmigung vom Eigentümer Festzäune bauen und Stacheldraht war mal verboten. Ob dem heute noch so ist, muss erst wieder recherchiert werden. Zeit, die in den Erntemonaten fehlt.
Die Kühe des Landwirtes sind mit 3 Stromlitzen an Stahlstäben mit Isolatoren eingezäunt. Die Flächen müssen ständig wechseln, damit zum einen immer frisches Futter zur Verfügung steht und zum anderen die Düngeverordnungen eingehalten werden. Ja auch das muss bedacht werden. Eine feste Koppel ist gar nicht möglich, da pro Hektar Fläche die Kühe nur entsprechende Mengen an Dung austragen dürfen.
Oder viele feste Koppeln, aber die Kosten dafür, sie übersteigen den Wert der Herde.
Wenigstens eine feste Winterkoppel? Aufgrund der Auflagen, keine Chance. Da es ein Bio-Landwirt ist, Stallhaltung nicht möglich.
Dazu kommt, selbst wenn der Landwirt feste Zäune baut, muss er von den Deichen und Gräben 5 Meter Abstand halten, damit vom Gewässeramt diese immer bearbeitet werden können. 5 Meter, das Bedeutet bei einer Zaunlänge von 100 Metern 500 qm Flächenverlust. Und das ist nun erst mal nur eine Zaunseite.
Täglich fällt der Blick des Landwirtes auf die Spuren rund um seine Weide. Kälber kommen zur Welt. Die Nachgeburten wurden bisher von Fuchs und Krähen versorgt. Wer ist wohl am schnellsten? Fuchs, Krähe oder Wolf? Man kann davon ausgehen, wer gerade am nächsten dran ist, macht das Rennen.
Inzwischen führen die Spuren auch auf die Weide. Nicht mehr nur außen herum.
Der Landwirt ist sich bewußt, dass er auf einer tickenden Zeitbombe sitzt. Aber was tun?
Herdenschutzhunde dazu stellen geht nur, wenn die Weide mindestens mit einem Schafnetz eingezäunt ist, das müsste dann noch außen um die normalen Zäune rum. Wobei hier ja auch wieder zu beachten ist, dass der Zaun an Deichen und Gräben 5 Meter Abstand haben muss. Weiterer Flächenverlust.
Zwei Hunde müssen es aus tierschutzrechtlichen Gründen sein. Französische Hirten empfehlen immer 3 Hunde. Kosten für einen ausgebildeten Hund liegen zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Und ausgebildet müsste er schon sein, weil die Wölfe sind ja schon da. Die spekulieren schon fleißig auf die Herde.
Wird die Rinderherde die Hunde akzeptieren? Bei den eigenen Haushunden reagieren sie sehr unfreundlich, wen sie zu nah an die Kälber kommen. Die Hunde sind schlau genug und halten den Abstand zur Herde. Aber der Herdenschutzhund soll sich ja mitten drin aufhalten. Wer trägt die Kosten, wer hat die Zeit? Jetzt gerade ist Erntezeit. Das Futter für den Winter muss vor dem nächsten Regen rein.
Weitere Fragenbeschäftigen den Landwirt:
Wenn die Herdenschutzhunde einen Hund packen, der mit seinen Besitzern dort vorbeigeht? Wer zahlt den Schaden? Die Versicherungen geben keine klaren Antworten und berufen sich auf die Einzelfallprüfung. Er wohnt mitten im Tourismusgebiet. Soll er jetzt jeden Besucher darauf hinweisen, dass er seine Hunde bitte nur noch an der Leine führt, damit es zu keinen Irritationen kommt?
Was passiert, wenn die Herde doch in Panik durch die Zäune bricht?
Er versucht, seine Gedanken um seine Herde zu verdrängen, setze sich auf seinen Traktor und konzentriert sich auf seine Erne …. Schwerlich …. Immer wieder die Gedanken an seine Herde. Jede Fahrt an der Herde vorbei wird zur Kontrollfahrt. Nervliche Anspannung. Keine Kuh steht abseits? Ok, durchatmen. Alle Kälber scheinen bei der Herde zu sein.
Da ist man schon Bio-Landwirt, achtet strengstens darauf, alle Auflagen einzuhalten, erfreut sich an jedem Kälbchen, was auf der Weide artgerecht geboren wird und wenn es dann über die Weide springt und nun wird einem bewußt, dass dies alles ein jähes Ende haben kann, wenn der Wolf versteht, dass es dort Beute gibt.
Die Angst, das zu erleben, was man bisher nur aus den Internetseiten kennt, zermürbt. Angst vor den schrecklichen Bildern von lebend angefressenen Tieren, von halb aufgefressenen Kadavern. Angst davor, dass die Herde in Panik davonrennt, auf die Straße. Erst kürzlich war irgendwo ein Motorradfahrer verunglückt, weil eine Herde hinter einer Kurve gestanden hatte.
Da ist man leicht geneigt zu denken, Heiliger Sankt Florian, zünd das Haus der anderen an. Doch im Interesse der Gemeinschaft der Landwirte wünscht man natürlich niemandem diese Szenarien.
Die Aufgabe des Hofes ist im Übrigen in den nächsten 3 Jahren nicht möglich, da die Fördergelder noch für diesen Zeitraum laufen. Sofern der Hof eher aufgegeben wird muss das komplette Fördergeld zurückgezahlt werden. Da dieses aber im Betrieb steckt würden Haus und Hof verloren gehen.
Die schlaflosen Nächte werden wohl in den kommenden Monaten nicht enden. 15 Jahre Wolf in Deutschland und noch immer gibt es keine sinnvollen Lösungen oder Hilfestellungen für den Landwirt.

Wie die Geschichte weiter geht, lest Ihr hier später...

(Text: Silke Engelhardt)

 

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Was ein verrücktes Erntejahr...

 

 

 

 

Immer mal wieder rollen die Mähdrescher - auch nachts

Diese Ernte gestaltet sich wirklich schwierig. Immer wieder gibt es Ernteunterbrechungen durch Regenschauer. Die Ernte zieht sich dadurch lange hin. ...
Das Getreide ist jedoch reif. Wenn es nun witterungsbedingt nicht gedroschen werden kann, leidet die Qualität des Getreides darunter. So wird schnell aus Brotgetreide nur Futtergetreide. Preisabschläge sind die Folge. In einem Jahr mit schlechten Erträgen ist das besonders tragisch.
Das ist keine leichte Situation in der Landwirtschaft zur Zeit.

Deshalb habt bitte Verständnis für uns - wir müssen jede Möglichkeit, die uns bietet, nutzen, um die Ernte einzufahren.
Es wird immer solange gedroschen bis der Tau einsetzt. In Nächten, in denen es nicht taut, regnet es erfahrungsgemäß am nächsten Tag. Um die besten Qualitäten zu ernten, müssen wir auch die Nachtstunden nutzen. Denn je länger das reife Korn am Halm steht, um so schlechter wird die Qualität. In regnerischen Jahren kann es sogar am Halm wieder anfangen zu keimen, so dass es nicht mehr lagerfähig ist. 

#Ernte2016

 

Eine Woche mit @landwirtotti

Eine Woche durften wir bei Twitter @landwirtotti alias Thomas Ostendorf über die Schulter schauen - und es war toll!

 

Es war eine bunte Woche mit Schweinestall, Ackerbau und Familienleben. Kommt doch einfach noch mal ein bisschen mit:

 

Der Tag bei Thomas beginnt mit Zeitung lesen und einem Tee/Kaffee. Dabei ganz wichtig zu wissen - auf einem landwirtschaftlichen Betrieb ist die Küche Dreh- und Angelpunkt des gesamten Betriebes.

 

Dann geht's in den Schweinestall - füttern und erste Tierkontrolle - sind auch alle wach, munter und hungrig?

 

Auf dem Feld muss Kali gestreut werden: Kali ist ein natürliches Salz, also ein Grundnährstoff. Dafür wird zunächst eine Abrehprobe gemacht, um das spezifische Gewicht des Düngers zu ermitteln 200kg/ha( 10000m2).

 

Im Sauenstall ist alles toppi. Die Ferkel genießen ihre 24 Stunden Milchbar - allerdings gibt es auch eine zusätzliche Milchfütterung, damit auch wirklich keines zu kurz kommt.

 

Da spielt dem Thomas doch der Rapsglanzkäfer übel mit - Erntesicherung - Pflanzenschutzbehandlung. Das geht auch abends sehr gut, Thomas hat eine LED Beleuchtung an der Spritze. Wichtig gefen Abdrift ist, dass es windstill ist.

 

Wer schreibt der bleibt! Thomas ist mit zwei Büros gut am Start - im Stall wird alles über die Schweine festgehalten - Sauenplaner, usw.

 

Im Büro im Haus geht es dann an die Buchhaltung...

 

Samstag morgen - 400 Ferkel verladen. In zwei LKWs gehen die Ferkwl auf Tour zum Mäster. Danach heißt es - Stall grob sauber machen und einweichen.

 

Danach geht es dann bei bestem Wetter mit der Pflanzenschutzspritze ins Getreide - eine Behandlung gegen Pilze und ein Einkürzen steht an.

 

Und nun geht es noch dem Ferkelstall an den Kragen - einweichen, waschen, desinfizieren, Gülle umpumpen - die nächsten möchten gerne in eine frisch renovierte Wohnung einziehen!

 

Ihr seht, es ist immer etwas los auf unseren Betrieben. Wir danken Thomas für die spannende Woche und die tollen Einblicke!

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Einmal lüften bitte - Grünlandbearbeitung im Frühjahr

Einmal lüften, bitte!

 

So wie wir im Frühjahr gerne alle Fenster im Haus aufreißen, um frische Luft hinein zu lassen, so lüften die Landwirte auch ihre Grünlandflächen. Mit einer Wiesenschleppe oder einem Striegel werden die Flächen abgefahren, um vertrocknete Pflanzen von dem wachsenden Gras zu entfernen und die Bodenoberfläche leicht aufzulockern. So hat das neue Gras wieder Luft zum wachsen.
Zudem werden dadurch Unebenheiten im Boden sowie Maulwurfshügel eingeebnet, damit ...später bei der Grasernte möglichst wenig Erde und Sand mit ins Futter gelangt. Dieses Einebnen kann auch durch Wiesenwalzen geschehen. Durch das abwechselnde Auf- und Abfahren der Flächen entsteht auch das typische Streifenmuster auf dem Grünland.
Mit dieser Maßnahme kann das Grünland auch gleichzeitig nachgesät werden - dies geschieht über den gelben Kasten, von dem aus über Schläuche die Grassamen gleichmäßig auf die Fläche verteil werden. Somit werden Lücken im Bestand geschlossen und eine Ausbreitung von Unkräutern verhindert.

 

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Cultan Düngung

Cultan Düngung - was ist denn das?

 

Bei dem "Cultan" Verfahren wird eine flüssige Düngerlösung (z.B. bestehend aus Stickstoff und Schwefel) ca. 15 cm tief in den Boden eingebracht. Der Stickstoff ist Ammonium betont und wird den Pflanzen nach und nach zu "Verfügung" gestellt.

 

Das Verfahren hat drei wesentliche Vorteile:

 

1. es gibt keine Ausbringungsverluste, da der Dünger direkt in den Boden eingebracht wird.

 

2. der Dünger wird in einem Arbeitsgang aufgebracht, so dass der Landwirt mit einer Überfahrt fertig ist.

 

3. und durch das Injizieren wie mit einer Nadel wird ein Depot angelegt, d.h. die Pflanze erhält über einen längeren Zeitraum ihre Nährstoffe aus diesem Depot. So ist die Pflanze immer ausreichend versorgt.

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Walzen

Warum walzen die Bauern?

 

Das Walzen dient der mechanischen oberflächigen Verdichtung. Im Winter dehnt sich der Boden durch Frost aus. Durch Frost abgehobenen Pflanzenwurzeln und Wühlmausgänge werden zugedrückt und kleinere Unebenheiten geplättet. Es entsteht eine gleichmäßige und ebene Bodenoberfläche und damit eine intakte Narbe beim Mähen und Werben.

Warum ist das wichtig?

 

Eine zu lockere Bodenstruktur - wie es oft auf Moorböden gegeben ist - bringt eine zu starke Durchlüftung mit sich. Dies wiederum hat eine Abnahme der wertvollen Gräser zur Folge.

 

Das Walzen verbessert zudem die Wasser- und Wärmeleitung des Bodens. Es wird die Bestockung der Gräser angeregt und die Narbendurchwurzelung gefördert.

Außerdem trägt Walzen auch zur Unkrautregulierung bei (z.B. von druckempfindlichen Unkräutern wie Bärenklau oder Wiesenkerbel).

 

Daneben schützt eine möglichst ebene Oberfläche vor Verletzungen der Grasnarbe bei Mahd, Wenden und Schwaden und verringert deutlich die Verschmutzung des Futters durch Erde.

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