Die 10 größten Irrtümer der Tierhaltung


 

 

 

 

Platz 1 

 Bio ist besser als konventionell.

 

  FALSCH - bio ist einfach nur anders.

 

 Es wird immer wieder suggeriert, dass bio besser und gesünder als konventionell produzierte Lebensmittel sind. Biolebensmittel sind zwar im Prozess der Entstehung anders, was sich jedoch nicht unbedingt in der Qualität des Produkts niederschlägt.

 


 

 

 

Platz 2

 

  kleine Betriebe sind besser als große

 

 FALSCH - es kommt auf das Management an.

 

 Der durchschnittliche kleine Betrieb mit wenig Land und wenigen Tieren ist besser? Nein, auch ein großer Betrieb kann so geführt werden, dass er seine Tiere optimal versorgt. Gerade in großen Betrieben können sich die Arbeitskräfte leichter spezialisieren und so die Tiere besser betreuen. Sicherlich gibt es bei den Großbetrieben schwarze Schafe. Nur gibt es auch eine relevante Gruppe von kleinen Betrieben, die zum Beispiel ihre Tiere schlecht halten. Das Kriterium Betriebsgröße taugt also nicht viel.

 


 

 

 

Platz 3

 

Gewerbliche Tierhaltung ist hochsubventioniert.

 

 FALSCH, gewerblichen Betriebe stehen überhaupt keine Subventionen zur Verfügung.

 

 Die EU Agrarsubventionen hängen mit der Fläche zusammen. Eine gewerbliche Tierhaltung hat nur keine Fläche, so dass sie nicht subventioniert wird. Im Gegensatz dazu gibt es "Agrarsubventionen" für Flächen, die der Landwirtschaft gar nicht zur Verfügung stehen - z.B. bekommen viele Gemeinden, Kirchengemeinden und Umweltverbände Agrarsubventionen.

 

 Es stehen im Allgemeinen den Betrieben auch keine Förderprogramme bei Um- bzw. Neubauten zur Verfügung, jedoch gibt es dort je nach Bundesland vereinzelt Ausnahmen.

 


 

 

 

Platz 4

 

Bruderhähne müssen einfach nur besser bezahlt werden

 

FALSCH - auch dann bleiben sie ineffizient und verbrauchen zu viel Futter.

 

 Zur Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung müssen die Produktivität und Effizienz der Produktion gesteigert werden. Der Einsatz z.B. eines Zweinutzungshuhns ist ein Beitrag um die Nutzung der männlichen Küken zu ermöglichen, aber widerspricht der Resourcenschonung und reduziert die Effizienz. Die Mastdauer beträgt zehn statt sieben Wochen, die Legeleistung ist um 20 Prozent geringer. Die Haltungsdauer der Hennen ist viel kürzer und pro Ei werden etwa 40% mehr Futter gebraucht. Zudem können Bruderküken nur ca. 5% des Geflügelfleischbedarfs decken. Daher wird das Zweinutzungs-Huhn auch nur ein Nischenprodukt bleiben.

 

 Wie wäre nun die Alternative zum Kükentöten?

 

 Die Geschlechtsbestimmung am unbebrüteten Ei. Unter Laborbedingungen ist das bereits möglich. Würde diese Methode industriereif, könnte man die Eier mit den männlichen Chromosomen einfach aussortieren.

 


 

 

 

Platz 5

 

Männliche Legehennenküken werden lebendig geschreddert

 

FALSCH - sie werden mittels CO2 zunächst betäubt und dann getötet.

 

 Für die Brüder der Legehennen gibt es keinen Markt: Sie können keine Eier legen. Und als Masthähnchen sind sie auch nicht geeignet: Sie wachsen zu langsam und fressen zu viel, so dass sie kurz nach dem Schlupf getötet werden.

 

 Sie werden jedoch nicht "weggeworfen", sondern zu Tierfutter weiterverarbeitet.

 

 Was passiert, wenn das Kükentöten in Deutschland kurzfristig verboten wird?

 

 Dann wird die Produktion dorthin abwandern, wo sie wettbewerbsfähig betrieben werden kann. Ein Großteil des Lebensmitteleinzelhandels wird sich dann der Rohware Ei in anderen Ländern bedienen, so dass wir jegliche Kontrolle über die Produktion verlieren.

 


 

 

 

Platz 6

 

Überzählige Ferkel werden totgeschlagen

 

FALSCH - es gibt keine überzähligen Ferkel. Es werden Ammensysteme gemacht, um alle Ferkel aufzuziehen.

 

 Oft haben haben wir mit Sauen zu tun, die mehr Ferkel haben als funktionstüchtige Zitzen. Diese Ferkel werden "überzählige Ferkel" genannt. Kleine und überzählige Ferkel brauchen mehr Aufmerksamkeit von uns Sauenhaltern, aber mit der richtigen Versorgung können auch diese Ferkel aufgezogen werden.

 

 Zunächst einmal stellen wir über ein abwechselndes Säugen die Erstmilchaufnahme bei allen Ferkeln sicher. Am nächsten Tag werden dann die Würfe ausgeglichen: Sind dann immer noch "zu viele" Ferkel da, werden Ammensauen. Alternativ stehen den Betrieben auch künstliche Ammensysteme oder eine Beifütterung der Ferkel in der Abferkelbucht zur Verfügung.

 


 

 

 

 

Platz 7

 

Tiere in Massentierhaltung werden gequält, weil es dem Landwirt nur um den Profit geht

 

FALSCH, der Landwirt kann nur mit fitten und gesunden Tieren seinen Lebensunterhalt verdienen.

 

 Ein krankes oder gequältes Tier kann nicht seine beste Leistung bringen, es hat eine schlechtere Milchleistung, es legt weniger Eier, es bringt weniger Ferkel oder es hat weniger Zuwachs. Nur genau von diesen Parametern lebt der Landwirt. Deshalb ist er absolut um die Gesundheit und die Fitness seiner Tiere bemüht und sorgt jeden Tag gut für sie. Denn nur wenn es seinen Tieren gut geht, verdient er Geld, kann seine Mitarbeiter bezahlen und seine Familie ernähren.

 


 

 

 

 

Platz 8

 

 Tiere werden mit Hormonen und Antibiotika gemästet.

 

 FALSCH - das ist verboten und zudem unrentabel.

 

 Wachstums- oder Leistungsförderer wurden FRÜHER in der Landwirtschaft genutzt, um das Wachstum von Nutztieren zu beschleunigen oder die Futterverwertung zu verbessern. Seit 2006 sind antibiotische Leistungsförderer im Tierfutter in der EU jedoch VERBOTEN.

 

 

 

 Der Einsatz von Hormonen zur Leistungsförderung ist in der Europäischen Union schon IMMER verboten.

 


 

 

 

 

Platz 9

 

15.000 MRSA Tote durch Massentierhaltung

 

 FALSCH - nur etwa 2% sind MRSA Stämme, die aus der Tierhaltung kommen. 98% sind humanpathogene Keime. In Deutschland sind 3 Todesfälle durch Infektion mit LA-MRSA bekannt. In DK 5, in Spanien 1. Alle Betroffenen waren extrem immunsupprimiert (AIDS, Krebs). In anderen Ländern dürften die Zahlen ähnlich aussehen.

 


 

 

 

 

Platz 10

 

  Kühe mit hoher Milchleistung leben kürzer

 

  FALSCH - die Lebensdauer von Milchkühen hängt von sehr vielen Faktoren ab, Genetik, Haltung und Fütterung spielen dabei die wesentlich Rolle, sind alle Faktoren optimal aufeinander abgestimmt, kann eine Kuh viel Jahre lang sehr viel Milch geben. Zudem ist das durchschnittliche Abgangsalter in den letzten 15 Jahren konstant geblieben, aber die Leistung deutlich gestiegen!

 

  Kälbersterblichkeit ist bei muttergebundener Aufzucht niedriger

 

 FALSCH - die Kälbersterblichkeit ist bei muttergebundener Aufzucht viel höher (Mutterkuhhaltung 17 Prozent versus Aufzucht durch den Menschen < 10 Prozent).