Innovative Landwirtschaft Reber

Hallo,

mein Name ist Michael Reber. Ich bin 42 Jahre alt, glücklich verheiratet und habe 2 tolle Kinder!

Meine Familie und ich bewirtschaften gemeinsam mit 2 Teilzeitkräften einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Schweinehaltung, Ackerbau, Grünland und Biogas bei Schwäbisch Hall in Hohenlohe (Baden-Württemberg).

Mein Ziel ist es, Kreisläufe im Betrieb so weit als möglich zu schließen. Deshalb ist der Ackerbau, die Bewirtschaftung des Bodens mein zentraler Baustein. Der Boden ist die Grundlage unseres Lebens! Er sorgt für unser Essen, das Futter für die Schweine und das „Futter“ für die Biogasanlage.
Der Kreislauf funktioniert also so: Wir bauen auf 40% der Fläche Getreide (Gerste und Weizen) als Futter für die Schweine an. Die anfallende Schweinegülle wird zunächst in der Biogasanlage energetisch verwertet, bevor das bei der Biogasproduktion anfallende Gärprodukt wieder als Dünger für die Pflanzen und das Bodenleben auf die Felder ausgebracht wird.
60% der Fläche wandert als Silomais und Ganzpflanzensilage in die Biogasanlage.
Im Ackerbau versuche ich derzeit, die besten Verfahren aus konventionellem UND ökologischen Landbau zu vereinen, um deutlich schneller und mehr Humus und damit Bodenfruchtbarkeit aufzubauen. Humus ist DER große CO2-Speicher! Hier stehe ich aber noch ganz am Anfang (Beginn war erst jetzt im August). Ergebnisse könnt Ihr auf Facebook unter „Innovative Landwirtschaft Reber“ erfahren und verfolgen!

Die Schweinehaltung haben wir vor 2 Jahren auf reine Schweinemast umgestellt, das heißt, dass wir die Ferkel mit ca. 30 kg von einem Ferkelerzeuger hier aus der Region zukaufen, der sich darauf spezialisiert hat. Wir haben beide den selben Tierarzt, so dass wir durch abgestimmte Impfprogramme es schaffen, so wenig wie möglich medikamentös eingreifen zu müssen. Die Ergebnisse des Antibiotika- und Salmonellen-Monitorings im QS-System geben uns recht. Seit 15 Monaten haben wir KEINE positiven Salmonellen-Proben mehr gehabt und auch beim Antibiotika-Verbrauch sind wir unter den besten 25% der Betriebe.
Auch bei der Fütterung stimmen wir uns ab, um den Übergang der Tiere durch die Umstallung so schonend als möglich zu gestalten.
Unsere Schweine bekommen mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben, zum einen, weil einfach genügend Gebäude dafür vorhanden sind, zum anderen danken es die Tiere einfach mit einer besseren Gesundheit und dadurch besseren Leistungen.
Außerdem haben ALLE Tiere Zugang zu Rauhfutter (Stroh und tw. auch Heu).
Zum Hof gehören auch noch 2 Pferde und mehrere Katzen, für die meine Frau und meine Tochter verantwortlich sind.
Die Pferde verwerten das Heu von den Naturschutzwiesen, die wir bewirtschaften. Hier haben wir die Auflage, spät (ab 15. Juni) zu mähen und nicht zu düngen. Diesen Aufwuchs können nur die Pferde verwerten (besser als die Biogasanlage!). Die späteren Schnitte und das restliche Grünland (ca. 2/3 des Grünlands) gehen als Silage in die Biogasanlage.

Seit 2009 haben wir eine Biogasanlage, die wir gemeinsam mit den Stadtwerken Schwäbisch Hall betreiben.
Die Anlage mit 400kW (pro Stunde) elektrischer Leistung (und das selbe noch einmal als Wärmeleistung) wird mit 70% Gülle und Mist betrieben. Hier liefert mein Nachbar noch die komplette Gülle seiner Milchkühe sowie mehrere Berufskollegen Rinder- und Pferdemist. Damit können wir sehr viel wertvolle Ackerfläche für die Nahrungs- und Futtermittelproduktion einsparen. Außerdem läuft eine Biogasanlage mit viel Gülle und Mist biologisch sehr viel stabiler als eine reine Maisanlage.
Nichts desto trotz liefert der Mais die Hauptenergie. Er steht bei uns mit 30% in der Fruchtfolge. Das 4. Fruchtfolgeglied ist Wickroggen mit Grasuntersaat. Damit können wir sehr gut Humus im Boden aufbauen.
Die Energie der Biogasanlage, das Biogas, wird zu 20 % auf dem Hof als Strom und Wärme verwertet, die restlichen 80% werden als Biogas über eine 8km lange Biogasleitung nach Schwäbisch Hall geschickt, um dort als Strom und Wärme verbraucht zu werden. Damit können 1200 Haushalte mit Strom und 300 Haushalte mit Wärme versorgt werden. Durch die Vernetzung von Schwäbisch Hall mit Fernwärme kann jede Kilowattstunde Wärme das ganze Jahr genutzt werden! Im Winter zur Heizung, im Sommer zum Beispiel auch im Freibad!!

Das beim Biogasprozess anfallende Gärprodukt wird anschließend wie gesagt wieder auf die Felder ausgebracht. Der große Vorteil ist, dass dieses Gärprodukt im Gegensatz zu Rinder- und Schweinegülle nicht mehr so stinkt und deutlich ausgeglichener im Nährstoffgehalt ist.
Hier wollen wir im kommenden Jahr neue Methoden testen, um dieses noch effektiver zu nutzen, das heißt, dass wir erreichen wollen, noch mit deutlich weniger Mineraldünger auszukommen. Ich bin gespannt.

Ein Betrieb in dieser Größenordnung braucht sehr hohen zeitlichen Einsatz. Trotzdem ist es uns allen in der Familie sehr wichtig, dass wir uns noch weitergehend engagieren, sei es als Elternbeirätin, Reitlehrerin, Gemeinde- und Ortschaftsrat oder auch sonst im landwirtschaftlichen Umfeld.
Alle weiteren Infos auf unseren Facebook-Seiten „Biogasanlage Reber“ und „Innovative Landwirtschaft Reber“. Ich freue mich auf ein Feedback!

 

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Was ist eigentlich ein Nebenerwerbsbetrieb?

Hallo,

mein Name ist Conny Kubisek. Ich bin 27 Jahre alt. Ich komme aus einem Teilort von Schwäbisch Hall ca. 50km von Stuttgart entfernt. Ich bewirtschafte mit meinem Vater 25 Hektar Gründlandfläche (darunter Steilhanglage) im Nebenerwerb.

Nebenerwerb heißt:...
Wir haben beide Vollzeitjobs und kümmern uns quasi als "Hobby" um unseren Betrieb.

Unser Betrieb besteht aus:
25 Zwerg Zebus (Ext. Rinderrasse)
4 Ziegen
8 Bienenvölker
3 Noriker Kaltblut Pferden, unzähligen Hühnern und einem Wachhund.

Wir betreiben mit unseren Zwerg Zebus Landschaftspflege im Kochertal auf Steilhangflächen.
Außerdem führen wir mit unseren Zwerg Zebus ein sogenanntes Herdbuch.

Schöne Kutschfahrten durch das Kochertal kann man mit unseren Pferden erleben (egal, ob Hochzeit, Geburtstag etc.)

Unsere Bienen tragen Blütenhonig ein.

Nach einer 2 jährigen Abendschulausbildung zur Nebenerwerbslandwirtin kann ich sagen, Landwirt/in ist der schönste Beruf der Welt.

Jede Mühe, all die Kraft, die man reinsteckt, wird am Ende mit z.B. der Ernte, Nachwuchs etc. belohnt.

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Was treibt eigentlich so ein Obstbauer das ganze Jahr?

 

Hallo, mein Name ist Martin Körner.

 

Mit meiner Frau Ute bewirtschafte ich zwischen Stuttgart und Schwäbisch Hall einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Schwerpunkt Apfelanbau.
Auf 14 ha stehen Apfelbäume, der Großteil ist mit Hagelnetzen geschützt. Ältere Anlagen sind noch ohne Schutz, das wird bei der Anlagenerneuerung sukzessive geändert.

 

Vermarktet wird über unsere Erzeugerorganisation, die Württembergische Obstgenossenschaft (WOG). Zusammen mit anderen EOs in Süddeutschland beliefern wir den Lebensmitteleinzelhandel von einem gemeinsamen Verkaufsbüro aus. Mengenbündelung eben. Neben der organisierten Vermarktung betreiben wir noch einen Hofladen, 10-20% der Erntemenge geht diesen Weg.

 

Unser Sortiment nach Reifezeit: Delbardestivale, Elstar, Rubinette, Redprince, Jonagold, Kanzi, Cameo, Fuji-Kiku. Die drei zuletzt genannten sind sogenannte Clubsorten, d.h. es wird versucht die Produktion und die Vermarktung (Angebot und Nachfrage) aufeinander abzustimmen. Es scheint, als ob das Konzept aufgeht: Clubsorten haben in der schwierigen Saison 2014/2015 die geringsten Preiseinbußen hinnehmen müssen.

 

Was treibt so ein Obstbauer das ganze Jahr?

 

Winter- Frühjahr: Bäume schneiden mit Druckluft, Akkuschere und selbstfahrender Arbeitsbühne

 

Frühjahr: Anlagenkontrolle; Pflanzenschutz; Düngung; neue Hagelnetze aufziehen; Angst, ob es nicht noch mal zu kalt wird für die Blüten.

 

Frühsommer: installierte Hagelnetze vor erstem Hagel schließen (das klappt nicht immer: 2014 hatten wir am 28. April einen heftigen Hagelschlag); Handausdünnung d.h. sortenspezifisch den optimalen Behang einstellen für Früchte in gewünschter Größe und Farbe (hierzu brauche ich Saisonarbeitskräfte); Pflanzenschutz; eventuell Bewässerung bauen, bzw. bewässern.

 

Sommer: es wird etwas ruhiger im Apfelgarten, kurz in Urlaub, aber dann wollen die ersten Frühäpfel geerntet werden

 

Herbst: Erntezeit, auch hier helfen die bewährten Kräfte aus Polen und Rumänien.

 

Herbst - Winter: Altanlagen roden (nach ca. 15 Jahren Standzeit); Neupflanzen; Gerüst für Hagelnetz erstellen.

 

...und dann ist auch schon wieder Weihnachten

 

 

 

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