Moin!

Moin!

Wir, Familie Kühl, wohnen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im schönen Kreis Dithmarschen in Schleswig Holstein. Neben den rund 100 Milchkühen bewirtschaften wir 125ha, auf denen wir Getreide, Futtermais und Gras für unsere Kühe anbauen. Die weibliche Nachzucht behalten wir und die Bullen werden im Alter von zwei Wochen an Viehhändler verkauft.

Wir führen unseren Betrieb in Familienhand mit drei Generationen, was manchmal gar nicht so einfach ist....
Ich arbeite hauptberuflich als Erzieherin und habe im letzten Jahr die Ausbildung zur Bauernhofpädagogin gemacht. Seit dem Frühjahr biete ich für Gruppen jeglicher Art (Kinder, Jugendliche, Erwachsene mit und ohne Behinderungen) pädagogische Angebote auf unserem Bauernhof an. Auch Schulklassen, Kindergärten und andere Einrichtungen sind willkommen.

Mein Bruder besucht die Höhere Landbauschule in Rendsburg und übernimmt anschließend als „Agrarbetriebswirt“ den Hof. Während der Schulzeit ist er für die Fütterung und die Kälber verantwortlich.
Mama ist überwiegend für die Büroarbeit und das Melken zuständig, während Papa am liebsten die Arbeit mit den Maschinen übernimmt.
Und Oma und Opa springen immer ein, sei es beim Melken oder beim Tiere zählen.

Seit April betreiben wir eine Milchtankstelle und dazu einen kleinen Hofladen. Im Hofladen bieten wir saisonale Produkte aus der Region (beispielsweise Freilandeier, Kohl, Kartoffeln und Spargel) und Produkte aus eigener Herstellung bzw. eigenem Anbau an – dazu gehören unsere Marmeladen und die verschiedenen Buttersorten.

Demnächst bieten wir dort auch altes landwirtschaftliches Handwerkzeug an, das vielerorts zu dekorationszwecken dient und immer beliebter wird.

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Ehrenamt und Schwein dabei

 

Mein Name ist Werner Schwarz. Mit meiner Familie bewirtschafte ich den Hof Frauenholz in der dritten Generation. Die Geschichte des Betriebes geht aber viel weiter zurück.

 

Der Name Frauenholz erscheint erstmalig in den Büchern der Marienkirche zu Lübeck Mitte des 12 Jahrhunderts – unser lieben Frauen (=Marien) Holz (=Wald) ist dort zu lesen. Auf den Flächen des heutigen Betriebes wurde damals Bauholz für die Marienkirche geschlagen. Frauenholz liegt am südlichen Rand der ostholsteinischen Endmoränenlandschaft in der Metropolregion Hamburg – Lübeck.

 

Für uns sind Nachhaltigkeit und Regionalität keine Floskeln. Im Anbau haben wir Weizen, Gerste, Raps, Roggen und Mais. Neben diesen Erntefrüchten gibt es noch 2 ha Miscanthus - als Erneuerbare Energie für die Heizungsanlage und die erforderlichen Greeningflächen. Die Gerste und ein Teil des Weizens werden für die Versorgung der Schweine auf Frauenholz eingelagert. Die anderen Früchte werden an Händler aus der Region oder eine Biogasanlage vermarktet.

 

Auf dem Hof Frauenholz halten wir 500 Muttersauen und die weibliche Nachzucht. Dabei handelt es sich um eine Jungsauenvermehrung und -aufzucht für die PIC, einem Zuchtunternehmen, das 1972 in Schleswig gegründet wurde. Jungsauenvermehrung bedeutet, dass wir die Sauen an Betriebe verkaufen, die dann Ferkel für die Schweinemast erzeugen. Die verwendeten Zuchtlinien sind auf das englische Edelschwein und die englische Landrasse zurückzuführen.

 

Die Jungsauenvermehrung und –aufzucht ist eine Spezialisierung mit hohen Anforderungen an die Hygiene, damit der Gesundheitsstandard erhalten bleibt, und die Dokumentation, damit der Nachweis der Abstammung erbracht werden kann. Verkauft werden die Jungsauen mit einem Lebensalter von mindestens 154 Tagen und 100 kg Lebend-gewicht an Berufskollegen in Schleswig-Holstein, dem Münsterland und Ostwestfalen. Die männlichen Ferkel gehen übrigens an unsere Nachbarin im Dorf Rethwisch als Absatzferkel für die Ebermast.

 

Über meine Webcam im Sauenstall können sie jederzeit beobachten, wie es unseren Tieren geht. Ich weiß, dass die Bilder fremd wirken. Aber zum einen halten sich die Sauen in dem Abteil nur vier Wochen während der Geburt und der Säugezeit auf. Zum anderen dienen diese Ferkelschutzkörbe dazu, Tierleben zu retten.

 

Mein Großvater Werner Schwarz wurde 1926 Eigentümer des Hofes Frauenholz mit 154 ha Eigentumsfläche und 60 Kühen, Zucht- und Mastschweinen, Pferdezucht und Ackerbau. Heute werden die Flächen des Hofes von unserem Lohnunternehmen bewirtschaftet. Zudem haben wir uns mit einer weiteren Bauernfamilie zusammengeschlossen, um unsere Flächen gemeinsam zu bewirtschaften. Zwischenzeitlich haben sich zwei weitere Betriebe über Bewirtschaftungsverträge angeschlossen.

 

Dass wir die anfallende Arbeit nicht allein schaffen, ist sicherlich erkennbar, daher haben wir für die Schweinhaltung drei und für den Ackerbau zwei feste Mitarbeiter und einen Auszubildenden. Diese werden in der Ernte durch bis zu sechs Erntehelfer und einem Praktikanten für den Stall ergänzt. Die Runde am Mittagstisch ist bei uns also recht groß. Wir sind froh, dass wir Menschen vor Ort einen attraktiven Arbeitsplatz bieten können. Das ermöglicht uns, auch mal an Wochenenden frei zu bekommen oder in den Urlaub zu fahren. Mir gibt es die Chance, mich ehrenamtlich für unsere Landwirtschaft zu engagieren. Übrigens: zu Zeiten meines Großvaters hatten wir auch schon 11 Mitarbeiter im Stall und auf dem Feld.

 

Herzlichst Ihr Werner Schwarz

 

 

 

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