Florian aus Niederbayern

 

 

 

Servus zusammen, ich heiße Florian Götz und wohne in Niederbayern.

Der Familienbetrieb im Herzen des Bayerischen Waldes wurde 2015 von meiner Frau und mir im Nebenerwerb übernommen, modernisiert und umstrukturiert.
Aus Überzeugung entschieden wir uns für Mutterkuhhaltung auf ökologischer Basis.

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Seit April 2016 züchten wir Wagyu und Angus Rinder und haben momentan elf Stück.
Unsere Philosophie ist es den Tieren, die sich komplett frei im Stall, im Unterstand und auf den Weiden bewegen können ein glückliches Leben zu bieten, Mutter und Kalb - Seite an Seite.

Das Fleisch des Wagyu-Rindes, besser bekannt als „Kobe-Rind“ ist das zarteste, saftigste und exklusivste der Welt.
Durch den hohen Grad an Fettmarmorierung und den ungesättigten Fettsäuren ist das Fleisch besonders geschmacksintensiv und gesund.

Zukünftig wollen wir unsere Produkte direkt vermarkten und einen Bio-Hofladen eröffnen.Näheres könnt ihr unserer Seite auf Facebook - Bayerwald Rinderhof-entnehmen.

Viele Grüße aus Niederbayern

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„Du, Franz, ein Biobauer – das ist eine Schnapsidee…..“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich, Franz Kinker, Biobauer seit über 15 Jahren, erzähle Euch, warum es keine Schnapsidee war, auf Ökolandbau zu setzen – trotz anderslautender Kommentare aus meinem beruflichen und privaten Umfeld.

Meine Freunde taten mein Vorhaben als „spinnerte Idee“ ab. Willst du zu den „Grünen“, zu den „Alternativen“ wechseln? Das waren ihre Kommentare. 1998 war das. Damals reifte in mir die Entscheidung Bio Bauer zu werden. Ich muss zugeben, das war eine wagemutige Entscheidung mit ungewissem Ausgang.
Ich komme aus einer Generation von Bauern, denen in der Berufs- und Landwirtschaftsschule intensives Wirtschaften beigebracht wurde.

Und jetzt mache ich mir Gedanken, ob das der richtige Weg für meinen Betrieb ist.

Die Entscheidung auf „Bio“ umzustellen, die fiel nicht von heute auf morgen. Ich verbrachte schlaflose Nächte, grübelte, fragte meine Frau, die Eltern, und rechnete, ob sich das überhaupt rentiert.
Und irgendwann war es dann soweit: wir sattelten um auf „Bio“.
Das ist so einfach gesagt, hat es aber in sich: Eine Umstellungszeit muss eingehalten werden, in der die Produkte nicht als „Bio“ verkauft werden können, die Auflagen aber eingehalten werden müssen. Ich besuchte einen Einführungskurs, füllte Formulare aus.

Auf dem Bauernhof hat sich damals viel verändert: ich musste einen neuen Milchtank kaufen, weil die ‪#‎Andechser‬ Molkerei die Biomilch aus Umwelt- und Kostengründen nur jeden zweiten Tag abholt. Die Kälber brauchten ein neues Zuhause, denn die Aufstallung entsprach nicht mehr den Öko Anforderungen. Und ich wusste damals auch: irgendwann brauchst du einen neuen Laufstall für deine Kühe. Dies war der Punkt, den ich am meisten scheute. Neben der anstrengenden Baumaßnahme über mehrere Jahre ist so ein Stallbau auch eine riesige finanzielle Belastung. Bei Baukosten von acht bis zehntausend Euro je Kuhplatz sind da schnell mal 300.000 bis 500.000 Euro Schulden auf dem Hof. Nicht jeder traut sich so was zu. Das Risiko ist hoch, gerade dann, wenn der Milchpreis fällt und fällt. Dann fragt sich ein Milchbauer (und auch ich fragte mich das): „ Sind die Erträge noch ausreichend, um mich, meine Familie und den Hof über Wasser halten zu können? Und wieder rechnete ich, kalkulierte, sprach mit der Bank, und letztendlich tat ich den Schritt nach vorne: Der neue Kuhstall wurde gebaut.
Aber zurück zum Bio Bauern Franz: wie ging es mir damals – war die Entscheidung richtig? Aus heutiger Sicht kann ich sagen: ja.

Zugegeben, die Anfangsjahre waren schwierig: der Ertrag auf den Wiesen ließ zu wünschen übrig, das Futter für die Tiere war knapp. Ich machte mir Sorgen: reicht das Futter wohl über den Winter?
Die Unkräuter, allen voran der stumpfblättrige Ampfer, fühlten sich so richtig wohl bei uns. Die ganze Familie, allen voran meine Eltern, rückte mit speziellen Werkzeugen aus, und grub jede Pflanze mühsam aus dem Boden. Wir haben uns geschunden und wussten: im nächsten Jahr kommen sie wieder – die Unkräuter.
Mittlerweile hat sich der Boden angepasst. Nun sind, auch aufgrund unseres biologischen Wirtschaftens, die Unkräuter auf ein erträgliches Maß zurückgegangen. Zum Glück. Und wenn ich es genau betrachte, irgendwie gehören die ja auch dazu, zum Ganzen. In der Natur hat alles seine Existenzberechtigung, das musste ich erst begreifen.
Auch Feriengäste schätzen Urlaub in intakter Natur.
Ich glaube, dass sich die Umstellung auf „Bio“ auch auf unseren zweiten Betriebszweig, den Tourismus, positiv ausgewirkt hat.
Zu uns kommen jetzt auch Feriengäste, die ihren Urlaub bewusst auf einem Biohof genießen möchten. Ein Urlaub auf einen Bauernhof, das ist das richtige Reiseziel für Familien mit Kindern, Paare, Senioren, ja sogar stressgeplagte Manager finden hier die nötige „Erdung“, die ihnen zum Teil verlorengegangen ist. Die Gäste wollen abschalten, entschleunigen, Ruhe finden, Tiere beobachten, Kühe füttern. Sie wollen dabei sein, wenn ich die Kühe von der Weide hole, die Kinder möchten Kaninchen streicheln und abends die Hühner in den Stall scheuchen, wenn sie sich in den Büschen verstecken.
Was bleibt mir als Resümee zu sagen?
Unter den Kollegen waren früher die Bio Bauern die „Extragesottenen“, die Sonderlinge. Wir wurden belacht, gehänselt. Heute ist das anders – wir sind akzeptiert.
Ich bin mir auch sicher, dass meine Freunde und Schulkollegen meinen Weg respektieren, und ich bin froh, diesen Weg gegangen zu sein.
So, und jetzt gönne ich mir ein Gläschen feinen Likör, keinen Schnaps, auf die Entscheidung von damals. Die Idee war nämlich gut, keine Schnapsidee, genauso wie der selbstgemachte Likör von meinem Bio Kollegen.
Seid herzlich gegrüßt
Euer Bauer Franz.

 

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Cord aus dem Schaumburger Land

Heute möchte ich Euch meinen Betrieb vorstellen:

im Schaumburger Land bewirtschafte ich unseren Familienbetrieb. Dieser ist schon seit 1257 urkundlich erwähnt und seit 1635 in der Hand unserer Familie.

Ich bewirtschafte den Hof konventionell, nach dem Prinzip der Integrierten Landwirtschaft. Das bedeutet, Unkräuter, Ungräser, Schadinsekten und Schadpilze werden nach Schadschwellen behandelt. Man toleriert ein gewisses Vorhandensein dieser natürlichen Fauna und Flora, behandelt dagegen nur im nötigen Rahmen um die Natur und den Geldbeutel zu schonen. Hier http://fnl.de/fnl/integrierte-landwirtschaft.html wird das genauer erklärt.

Zum Betrieb gehören insgesamt 77ha (davon 7ha Mischwald), in näherem Bereich des Hofes. Das sind 55ha Acker, auf dem Mais für eine Biogasanlage eines anderen Landwirtes, Weizen und Raps angebaut werden. Alle Ackerfrüchte werden verkauft. Das Stroh bleibt als Futter für Regenwürmer und anderes Bodenleben, Insekten, Bakterien, auf dem Acker.

Grünland sind etwa 15ha, davon 9ha in einem Naturschutzgebiet. Diese Flächen werden beweidet oder zur Heugewinnung genutzt. Die Naturschutzflächen werden spät gemäht, ab dem 1.7. des Jahres. Dieses Heu ist natürlich nicht für alle Tiere zu gebrauchen, es ist recht holzig und vom Nährwert recht schlecht. Pferde und Ziegen mögen es nicht.

Darum haben wir eine Mutterkuhherde von 10 Kühen mit Kälbern. Das sind Kreuzungen der Rinderasse Limousin. Die Kühe sind im Sommer auf der Weide, gebären dort ihre Kälber und säugen sie bis zum Stalleintrieb im November. Die Kälber stehen dann getrennt von den Kühen im Stall und werden gemästet. Die Kühe sind genügsam und bekommen das Heu aus dem Naturschutzgebiet und Kraftfutter. Die Kälber bekommen besseres Heu, Silage und Kraftfutter. Sie sollen recht schnell und gut wachsen. Die weiblichen Kälber ergänzen später die Kuhherde oder werden wie ihre Brüder, gemästet um uns allen als Nahrung zu dienen. Der Verdienst daran ist recht gering, ich bezeichne es gern als Hobby.

Weiterhin gehören Mastschweine zum Betrieb. 1000 Stück passen in den Stall, der vor 16 Jahren gebaut wurde. Das Futter wird von einem regionalen Futtermischer hergestellt und ist RAM Futter, das bedeutet, in dem Futter sind Zusätze zur besseren Futterverwertung (Phytase). Das verringert die Ausscheidung von Phosphor und Stickstoff im Kot und Urin der Tiere. Damit soll eine Überdüngung der eigenen Ackerflächen und Wiesen vermieden werden. Die Schweine stehen in einem Stall auf Betonspaltenboden. Das hält die Schweine schön sauber und ist nicht schädlich. Im Vergleich zur Strohhaltung hat beides Vor- und Nachteile. So kann ich meinen Schweinen im Sommer eine groß dimensionierte Lüftung zu Gute kommen lassen. Zusammen mit einer Luftbefeuchtung durch Wasserdüsen, vermindert man den Hitzestress an ganz warmen Tagen. Denn Schweine können ja nicht schwitzen, sie sind Liegekühler und regulieren also über das Liegen auf kalten Flächen ihren Wärmehaushalt. Bei Strohhaltung und Mist, ist das schwieriger, der Mist erwärmt sich durch die Verrottung von alleine. Die Schweine werden an Breiautomaten gefüttert, können den ganzen Tag lang fressen, müssen dazu aber ein Rohr bewegen um an das Futter zu kommen. Wasser steht an verschiedenen Tränken natürlich auch 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Ich versuche auch, mit möglichst wenig Antibiotika auszukommen. Ich will keine Resistenzen dagegen züchten und mir sind Antibiotika auch zu teuer. Wenn möglich, versuche ich gegen Krankheiten zu impfen. Kranke Tiere müssen aber aus Tierschutzgründen und der Lebensmittelsicherheit, behandelt werden. Schließlich mag ja Keiner Fleisch von Kranken Tieren essen. Die Transportwege meiner Schweine sind kurz, die Ferkel kaufe ich von einem 15km entfernten Betrieb. Zur Schlachtung fahren die Mastschweine maximal 2 Stunden. Meist weniger. Den Transport unternimmt ein Viehhändler mit besonders dafür geeigneten Fahrzeugen.

Das war ein kurzer Einblick in meine Welt.

Liebe Grüße
Cord Meier

 

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